Queen of Koukaki

Im August ging es mir nicht gut. Mehrere Wochenenden, in denen das Wetter nicht mitspielte, sich keine Verabredung ergab und ich drohte, im eigenen Sumpf zu versinken. Warum bin ich allein? Warum fällt nur mir es so schwer? Hab ich meine „guten Jahre“ vergeudet? Määähhh …

Zwischen Tränen habe ich mich zusammengerafft und überlegt, was mir gut tun würde. Und die Antwort war leicht: Griechenland. Doof nur, dass ich keine Urlaubstage mehr übrig hatte, denn im November sollte es ja nochmal eine Woche auf den Nordatlantik und nach Island gehen. Määähhh – da wäre es ja kalt und dunkel (talking about Jammern auf SEHR hohem Niveau).

Dennoch … Irgendwas musste passieren, um mich aus meinem Jammertal zu holen. Und dann machte es klick: mobiles Arbeiten. Wenn uns die letzten anderthalb Jahre etwas Gutes beschert haben, dann doch, dass sich in gewissen Jobs von überall arbeiten lässt. Wäre es nicht vorstellbar, dass ich mein Laptop in der zweiten Oktoberhälfte einfach in Griechenland aufklappe?

Also Kalender gecheckt: Was liegt an? Oh, Buchmesse. Damn … Wobei? Vom Verlag gab’s die Ansage, dass nur wenige von uns nach Frankfurt fahren sollten. Alle meine Termine würden online stattfinden. Und wenn ich im Meeting der Rights Dame eines großen amerikanischen Verlags ins Schlafzimmer gucke, würde sie es wohl kaum stören, dass ich in einem Airbnb in Athen und nicht in meinem Büro in Hamburg sitze.

Meine unnachahmliche Patentante sagte am Telefon, als ich ihr von dem Plan erzählte: Aber nicht nur Spaß haben! Das pikste kurz, weil es mich genau da packte, wo ich mich selbst fragte: Was, wenn meine Chefinnen denken, dass ich mir einen faulen Lenz mache? Aber dann klopfte ich mir auf die Brust und sagte ihr (und mir): Weißt du was, meine Chefinnen wissen, dass sie sich hundertprozentig auf mich verlassen können. Und genau deshalb geht das. Weil ich meinen Job liebe. Ich muss in den nächsten zwei Wochen ein Manuskript redigieren, auf das ich mich sehr freue. Ich hoffe, dass die Buchmesse mir noch einigen guten Lesestoff in den Posteingang spült. Ich muss mir für die Bücher im nächsten Programm Titel überlegen. All das mach ich sehr gerne – und womöglich sogar mit mehr Verve im sonnigen Athen als im grauen Hamburg. (Chefinnen, lest ihr mit?)

Es gibt manchmal nicht viel, auf das ich stolz bin (okay, ich schwimme im Urlaub von Insel zu Insel, aber wie oft will ich die Geschichte noch erzählen?), aber worüber ich wirklich froh bin, ist meine Fähigkeit, mich am eigenen Schopf aus der Grütze zu ziehen. Mich darauf zu besinnen, was alles gut ist in meinem Leben, was ich habe, und das Beste daraus zu machen.

Diese Zeilen schreibe ich also von der Dachterrasse im 5. Stock von Koukaki, im Herzen Athens, die ich für zwei Wochen gegen meinen Balkon auf St. Pauli getauscht habe. Mit einem Dauergrinsen im Gesicht …

Ich träume von … Schinoússa

Dies ist der Ort, an dem ich mich in Griechenland verliebt habe. Vor acht Jahren führte mich mein erster Swimtrek auf die kleine Insel südlich von Naxos. Hier bin ich das erste Mal unsicheren Schrittes ins Wasser gewatet, um mehrere Kilometer am Stück im Meer zu schwimmen. Seither zieht es mich jedes Jahr auf die griechischen Inseln. 113 bewohnte gibt es, elf habe ich bisher besucht. Vor allem die Kleinsten der Kleinen ziehen mich magisch an, allen voran immer wieder Schinoússa. Selbst dieses Jahr, als sie eigentlich gar nicht Teil meiner Reiseroute war, habe ich einen Tagesausflug dorthin gemacht.

Es ist schwer zu erklären, was genau ich an Schinoússa so gerne mag. Die Insel ist karg wie so viele Kykladen und wirklich winzig – keine 9 Quadratkilometer groß, zwei Dörfer, weniger als 300 Einwohner. Nur zweimal am Tag (in der Hauptsaison) legt hier die Skopilitis an, die Fähre, die die Kleinen Kykladen miteinander verbindet: einmal am Tag Amorgós ~ Donoússa ~ Koufonissi ~ Schinoússa ~ Iráklia ~ Naxos – und wieder zurück. Es ist wohl genau diese Abgeschiedenheit, die die Insel so besonders macht. Nur wenige nicht griechische Touristen verirren sich hierhin. Außer am Strand herumzuliegen, gibt es ja auch kaum etwas zu tun, keine malerische Chora, keine antike Ausgrabungsstätte zu besichtigen.

Die längste Zeit, die ich bisher auf Schinoússa verbracht habe, war eine Woche zusammen mit einer Freundin. Unser tägliches Programm war abwechslungsarm und tiefenentspannt: Ausschlafen, frühstücken, runter zum Strand laufen. Am Tsigouri Beach gibt es die – meiner Meinung nach – beste Strandbar, inklusive kostenloser Sonnenliegen. Hier dann: lesen, Frappé trinken, schwimmen, lesen, Melonensaft trinken, Nickerchen. Es gibt noch ein paar weitere Strände auf der Insel, diese allerdings ohne Infrastruktur, dafür ist man dort mit Glück ganz allein.

Gegen Abend zurück in den Ort, ein typisches Kykladendörfchen: eine Kirche, zwei Supermärkte, eine Post, eine Apotheke, ein paar Kafenions, Bars und Restaurants. Frisch machen, ein Bier zum Sonnenuntergang. Anschließend am liebsten ins Kira Poutiti – überall in Griechenland habe ich bisher sehr gut gegessen, aber dies ist immer noch mein Lieblingsrestaurant. Moderne griechische Küche, wie es sie auch in Athen gibt. Hier habe ich schon vorzügliches Seeigelrisotto ebenso wie die beste Moússaka gegessen. Und nach meinem letzten Urlaub auf Schinoússa habe ich so lange recherchiert, bis ich einen Händler in Berlin fand, wo ich den Wein, den ich hier getrunken habe, bestellen konnte. Und ja, der schmeckt auch zuhause! Zum Abschluss in die Bar und mit einem Glas Wein in den Sternenhimmel gucken, der hier einem funkelnden Gemälde gleicht.

Zum Runterkommen und komplett Abschalten gibt es wahrlich kaum einen besseren Ort.

Wer sich unsicher ist, ob die totale Abgeschiedenheit wirklich etwas für ihn oder sie ist, bucht vielleicht erst mal nur zwei, drei Nächte hier. Das Tolle ist ja, dass Schinoússa in mitten eines ganzen Inselreichs liegt und man in einem Urlaub ganz unkompliziert zwei oder drei Inseln erkunden kann. Ich weiß nicht, ob ich jemals länger als für eine Woche kommen werde, irgendwie reizt es mich schon. Ich weiß nur: Ich werde immer wieder kommen.

Übernachten: Hotel Iliovasilema Schlichte, kleine Zimmer mit Balkon, aber mehr braucht man hier auch nicht. Bonus: Eine Übernachtung kostet circa ein Viertel dessen, was man in einem vergleichbaren Hotel auf Mykonos oder Santorini zahlen würde.

Ich träume von … Urlaub!

So langsam kann man wieder daran denken, ins Ausland zu fahren, oder gar Urlaub planen. Griechenland setzt gerade alles daran, Tourismus zu ermöglichen – der für das krisengebeutelte Land von enormer wirtschaftlicher Bedeutung ist – und will bis Ende Juni alle Bewohner der Inseln geimpft haben. Viele kleinere Inseln sind bereits komplett durchgeimpft. Und wenn alles gut geht – Klopf auf Holz –, werde ich Ende Juni für drei Wochen dorthin entschwinden: Athen ~ Sifnos ~ Milos ~ Amorgos – so der Plan.

Letzte Woche schaute ich schon mal nach Fährverbindungen und stellte wieder einmal fest: So wunderschön dieses Land mit seinen 113 bewohnten Inseln ist – zählt man die unbewohnten mit sowie alle Inselchen und Eilande sind es 3054 –, logistisch kann es eine echte Herausforderung sein. Das macht aber natürlich auch den Reiz aus: Umso schwerer das Reiseziel zu erreichen ist, umso schöner ist es oft. Wer keine drei Wochen Zeit hat, sondern womöglich nur eine, für den habe ich dennoch einen Tipp:

Letzten September hängte ich an ein Wochenende in Thessaloniki fünf Tage Strandurlaub auf der Chalkidiki dran, eine Halbinsel südlich der zweitgrößten griechischen Stadt, die aus drei Landzungen besteht. Ich hatte ein Zimmer im Elies 33 gebucht, einem sehr schönen, kleinen, noch recht neuen Hotel auf der westlichsten Zunge, Kassandra. Ein Volltreffer. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt; es war genau das Richtige für eine kurze Auszeit.

Zu bedenken gebe ich lediglich ein paar Kleinigkeiten, die ich nicht bedacht hatte: Das Hotel liegt etwas außerhalb vom Ort Afytos, weshalb sich unbedingt ein Auto empfiehlt. Ohnehin eine gute Idee, wenn man den Rest der Chalkidiki erkunden möchte. In Ermangelung eines Führerscheins habe ich es sportlich genommen und mir ein Fahrrad geliehen. Darauf bin ich jeden Tag zum Hauptstrand im Ort geradelt, wo man die Liegen vom Partnerhotel des Elies nutzen kann.

Der Strand unterhalb des Elies ist nur über einen schmalen, abschüsssigen Pfad zu erreichen und selbst auch recht schmal. Apropos abschüssig: Da sich Afytos am Hang der nordöstlichen Küste der Kassandra befindet, liegt der Strand ab frühen Abend im Schatten. Außerdem muss man natürlich mit dem Rad auch immer wieder den Hang hoch … You live, you learn – und ich bleibe vermutlich immer ein Inselmädchen. Aber ich bin auch einfach wahnsinnig verwöhnt. All dies beiseite war es sehr, sehr schön! Und gegessen habe ich natürlich auch hervorragend.

Ach, Ελλάδα …

PS Doch eher Lust auf Inselflair? Hier geht’s nach Folégandros und hier nach Paxos.

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Seine letzte Reise

Anfang Februar letztes Jahr besuchte ich meinen Vater im Krankenhaus und wurde von der Schwester mit den Worten begrüßt: „Sind Sie Island? Sie werden schon sehnsüchtig erwartet!“

So lange hatte mein Vater von dieser Reise geträumt, eine Schiffstour nach Island. Auch jetzt noch, nachdem der Traum für ihn geplatzt war und er sich längst auf einer ganz anderen Reise befand, konnte er offenbar nicht aufhören, davon zu erzählen. Mein Vater liebte es zu erzählen!

Von Island begann er schon kurz nach dem Tod meiner Mutter zu sprechen – nachdem aufgrund ihrer Krankheit größere Reisen für beide lange nicht möglich gewesen waren. Mich hatte es erst ein bisschen überrascht, dann aber vor allem gefreut, dass er wieder Pläne schmiedete. Bald stand fest: Zum 75. würde er sich selbst diese Reise schenken. Und ja, er würde den Geburtstag auch groß feiern. Ich: Papa, du musst nicht, wenn es dir zu viel wird. Er: Doch, wer weiß, ob ich den nächsten Runden noch erlebe. Ich schüttelte den Kopf – mein Vater war bis auf ein paar Altersperenzchen fit.

Also planten und feierten wir ein Fest im Lieblingsrestaurant meiner Eltern an der Elbe, mit der Familie und vielen Freunden, die aus Flensburg, Lübeck, Bremen, Düsseldorf angereist kamen. Es war ein wunderbarer Tag, den wir alle genossen, vor allem mein Vater. Und ich bin so froh darüber. Die meisten Gäste sah ich nur fünf Monate später auf seiner Beerdigung wieder. Niemand konnte es recht fassen.

Im Oktober, ein paar Wochen nach seinem Geburtstag, hatte mein Vater die Diagnose Speiseröhrenkrebs erhalten. Gleich Anfang des nächsten Jahres sollte die große Reise stattfinden. Dass der Krebs bereits fortgeschritten und nicht mehr heilbar war, wusste er, dennoch mochte er die Fahrt nicht absagen. Vielleicht würde ihm die Chemo noch etwas Zeit verschaffen?

Am 25. Januar ging schließlich ich an Bord der MS Norröna – seine Kraft hatte nicht mehr gereicht, die Reise war nicht mehr zu stornieren und ich in letzter Minute für ihn eingesprungen.

Die Smyril Line verbindet die Färöer mit Island und Dänemark. Im Sommer meist ausgebucht fasst die 165 Meter lange Fähre über 1.400 Passagiere – jetzt in der Nebensaison befanden sich neben der Besatzung maximal 200 Menschen an Bord. 60 davon gehörten zur Reisegruppe des Ankerherz-Verlags, der diese Tour, die so gar nichts von einer Kreuzfahrt hat, seit ein paar Jahren anbietet: von Hirtshals im Norden Dänemarks mit Zwischenstopp Färöer nach Seydisfjördur, Island und wieder zurück. Sieben Tage und Nächte im Nordatlantik.

Während das Schiff den Hafen verließ und raus aufs Meer fuhr, stand ich an Deck, machte ein paar Fotos und schickte sie in die Familiengruppe. Ich hatte einen Kloß im Hals, es fühlte sich einfach falsch an. Aber ich hatte meinem Vater versprochen, viele Fotos aufzunehmen. Und mir selbst, das Beste draus zu machen. Das hatte ich mir bereits auf der Busfahrt von Hamburg nach Dänemark eintrichtern müssen, als alle die Liederhefte rausholten und wir gemeinsam Seemannslieder anstimmen sollten. Unser eigens mitgereister Akkordeonspieler gab den Ton an. Kurz überlegte ich, die Augen zu schließen, Ohrstöpsel reinzustecken und alles ganz schlimm zu finden. Dann besonn ich mich eines Besseren und beschloss, mich einfach drauf einzulassen.

Ich hätte diese Art von Reise sicherlich nicht gewählt – wenn überhaupt Gruppenreise, dann nur mit Schwimmern. Damit habe ich ja beste Erfahrungen gemacht und auf jedem Swimtrek tolle Menschen kennengelernt. Dies hier war ein anderer Menschenschlag, zwar bunt gemischt – von Funktionsjackenträgern Mitte dreißig über Paare in ihren Sechzigern bis zu naturbegeisterten Senioren – und alle irgendwie nett, aber nicht meine Wellenlänge, das spürte ich.

Zum Glück gab es kein durchgetaktetes Programm. Eigentlich konnte man seine Tage an Bord frei gestalten und vom Ankerherz-Angebot mitmachen, wonach einem der Sinn stand: Lesung, Liederabend, Gespräch mit einem Kapitän im Ruhestand.

Nachdem ich meine anfängliche Skepsis über Bord geworfen hatte, nahm ich die Reise als das Geschenk an, das sie war: Während meine Brüder sich um meinen Vater kümmerten, der gerade mal wieder im Krankenhaus lag, konnte ich mir eine Pause gönnen und durchschnaufen. In den vergangenen Wochen war mein Vater immer wieder im Krankenhaus gewesen, hatte Chemo begonnen und wieder abgebrochen. Aufgrund von Metastasen im Steiß konnte er schon lange nicht mehr schmerzfrei sitzen. Das Schlucken fiel ihm schwer. Trotz hochkalorischer Trinknahrung war er nur noch die Hälfte des Mannes, der erst wenige Monate zuvor mit reichlich Rotwein seinen 75. begossen hatte. Mit anzusehen, wie schnell er abbaute, wie sehr er litt, war unendlich bedrückend. Ich konnte mir eigentlich kaum einen besseren Ort vorstellen, um zumindest für einen Moment mal Abstand zu gewinnen und kurz Kraft zu tanken, als diese Fähre im Nordatlantik.

Den ersten Tag an Bord beschloss ich mit einem Bier in der Raucherlounge – vier windgeschützte Stühle mit Blick auf den Helikopter-Landeplatz. Ich unterhielt mich noch ein wenig mit zwei älteren Herren von den Färöern, die Ole hießen, Bloody Mary tranken und früher selbst zur See gefahren waren. Dann begab ich mich hundemüde in meine Koje – und schlief nicht.

Zunächst waren da die ungewohnten Geräusche des Schiffes und ein leichtes Schaukeln, das ich als ganz angenehm empfand und dabei eindöste. Doch als die Norröna irgendwann mitten in der Nacht den Windschatten der norwegischen Küste verließ und so richtig aufs offene Meer kam, wurde aus dem leichten Schaukeln ein ordentliches. Ich befand mich noch immer in einem seeligen Dämmerzustand, dachte im Halbschlaf: Ah, jetzt wird’s interessant und lustig. Mein Körper aber schien vor allem zu denken: Was zur Hölle ist denn hier los? Ich bleibe lieber mal wach.

Am nächsten Morgen durfte er sich dann ganz anderen Herausforderungen stellen: duschen und dabei nicht umkippen, heil zum Frühstück gelangen – jetzt ergaben die Griffe überall Sinn –, Frühstück bei sich behalten. Letzteres gelang längst nicht allen meiner Reisegenossen – einige bekam ich tatsächlich erst an Tag 3 der Reise wieder zu Gesicht. Fürsorgliche Freundinnen hatten mich vor der Reise bestens ausgestattet mit Wunderpillen und einem Akupressur-Armband gegen Seekrankheit. Wie sich schnell herausstellte, brauchte ich beides nicht. Ich war seefest und mächtig stolz.

Bei vier Meter hohen Wellen und sieben Beaufort ließ ich mich vormittags an Deck durchpusten und fand es herrlich. Abends sahen wir in der Ferne Muckle Flugga, den Leuchtturm der schottischen Shetlandinseln blinken. Anschließend sang ich Seemannslieder, trank mit dem Akkordeonspieler zwei Dark’n’Stormy und schlief trotz Fünfeinhalbmeterwellen wie eine Nixe.

Als ich am nächsten Morgen aus meinem Bullauge lugte, fuhren wir gerade im Hafen von Tórshavn, der Hauptstadt der Färöer, ein. Bei Nieselregen besuchten wir ein Dorf aus Blockhäusern, das älteste aus dem 13. Jahrhundert, auf Streymoy. Nachmittags legten wir wieder ab und durchfuhren begleitet von Wolken und Sonne eine Passage zwischen den Inseln – es war majestätisch.

Aufs Meer gucken, kein Buch lesen, Bier trinken, weiter aufs Meer gucken, Abendessen, Lieder singen, mit dem Barmann flirten, den besten Whiskey Sour im Nordatlantik trinken, in den Nachthimmel gucken, noch eine rauchen – noch eine schaukelnde Nacht.

Am dritten Morgen stand ich um 9 Uhr warm eingepackt an Deck und beobachtete still, wie die Norröna durch den Seydisfjördur Fjord glitt. Es war unbeschreiblich schön. Der Himmel über Island noch dunkel, links und rechts schneeweiße Berge, am Ende des Fjords leuchtete die Stadt Seydisfjördur – 685 Einwohner. Vom Schiff aus konnte man jedes einzelne Haus der Stadt ausmachen, jedes Auto, jeden Fußgänger. Ich sprang sogleich in meine geborgte Schneehose und stapfte los. Durch den Schnee, vorbei an bunten Holzhäusern, rot, blau, gelb, die kleine Kirche hellblau. Ich begegnete kaum jemandem, die ganze Stadt, die eher wie ein Dorf anmutete, schien im Winterschlaf zu liegen. Da kam mir auf menschenleerer Straße der Akkordeonspieler entgegen. Gemeinsam fanden wir das einzige geöffnete Café, in dem uns ein amerikanisches Hipster mit Man Bun Cappuccino servierte. Der kleine Raum wimmelte vor Sukkulenten, nebenbei verkaufte er selbstgestrickte Schals. Wir fragten ihn, was ihn ausgerechnet hierhin, ans Ende der Welt, verschlagen hatte. Die Liebe. Natürlich.

Die Norröna blieb über Nacht in Seydisfjördur liegen, und dank einer Sondererlaubnis der Reederei durfte unsere Gruppe an Bord bleiben. Normalerweise verlassen hier alle Passagiere das Schiff – es ist schließlich eine Fähre, kein Kreuzfahrer.

Am nächsten Tag unternahmen wir gemeinsam eine lange Wanderung am Fjord entlang. Nachmittags saß ich mit dem Akkordeonspieler bei Craft Beer und isländischer Pizza im einzigen geöffneten Restaurant der Stadt – unser Schiff durchs Fenster immer im Blick. Erstaunt stellte ich fest, wie sehr mir unsere schaukelnde Herberge in den letzten vier Tagen ans Herz gewachsen war.

Am Abend legte die Norröna wieder ab und begab sich auf den Rückweg: zu den Färöern, vorbei an den Shetlandinseln, nach Dänemark. Bevor am 1. Februar die Küste in Sicht kam, stand ich noch einmal bei herrlichstem Sonnenschein an Deck und ließ alles auf mich wirken. Was für eine traurigschöne Reise das war. Mit glasigen Augen blickte ich aufs Meer, mein Herz schwer, so schwer.

Am Tag zuvor hatte ich die Nachricht bekommen, dass Papa nun auf der Palliativstation lag. Zwei Wochen später hatte er es dann geschafft. Am Valentinstag war er wieder vereint mit seiner Frau, die Leuchttürme so sehr liebte. Als ich ihm ein Foto vom Muckle Flugga Lighthouse geschickt hatte, hatte er nur geantwortet: Der Leuchtturm ist an allem schuld! Was er genau damit gemeint hat, wird er mir noch erzählt haben, da bin ich mir sicher.

Drei Tage Thessaloniki

Ganz ohne mein geliebtes Hellas konnte ich dieses Jahr doch nicht und bin Ende September für acht Tage hingeflogen. Griechenland hat die Pandemie bisher zum Glück sehr gut gemeistert und hatte stets relativ geringe Fallzahlen, so dass ich mir diesbezüglich wenig Sorgen machte. Für den Flug besorgte ich mir FFP3-Masken, und vor Ort ließ sich gut Abstand halten – vor allem aber noch ein bisschen Sommer genießen.

Aufgrund der relativ kurzen Zeit kam ein Inselurlaub so, wie ich ihn liebe – und das heißt kleine, abgelegene Inseln –, diesmal nicht in Frage. Stattdessen habe ich einen Städtetrip mit ein bisschen Strandurlaub verbunden.

Thessaloniki ist eine Hafenstadt im Norden Griechenlands. 1917 wurde ein großer Teil ihres Zentrums durch einen Brand zerstört. Wie Athen ist sie keine Schönheit auf den ersten Blick, aber ich mochte es sehr: die lange Uferpromenade, die Gebäude mit den großen Balkonen und einem Touch Bauhaus, dazwischen Ruinen aus römischer oder byzantinischer Zeit, die vielen coolen Restaurants und Bars.

Ich war für drei Nächte da, zwei hätten sicher auch gelangt, denn viele Sehenswürdigkeiten gibt es nicht. Meine Tage verbrachte ich mit Bummeln, Leute gucken, im Café sitzen, über den Markt schlendern, essen. Das alles kann ich im Urlaub ganz wunderbar alleine. Ich liebe es, auf eigene Faust eine Stadt zu entdecken, Menschen zu beobachten, Gespräche zu belauschen, Vokabeln aufzuschnappen, meinen Gedanken nachzuhängen.

Nur beim Essen hätte ich mir echt Verstärkung gewünscht – denn das geht in Thessaloniki ganz fantastisch. Und das Beste an der griechischen Küche sind ja die Vorspeisen, und das Schönste wiederum, von diesen möglichst viele zu probieren und zu teilen. Ich habe einfach jedes Mal wieder zu viel bestellt, was ein Jammer ist. Und dann gibt es IMMER noch Nachtisch aufs Haus. Irgendwann musste ich kapitulieren und diesen höflich ablehnen. Stattdessen bekam ich Schnaps. Schlimm diese Gastfreundschaft.

Übernachtet habe ich im Trilogy House mitten im Zentrum, das aus zehn tollen, individuell designten Zimmern und zwei Apartments besteht. Es liegt zwei Minuten von der Uferpromenade entfernt, und gleich um die Ecke gibt es jede Menge Restaurants und Bars.

Südlich von Thessaloniki befindet sich die Chalkidiki, drei fingerartige Landzungen, wo sich wunderbar noch ein paar Tage Strandurlaub an den Städtetrip dranhängen lassen. Die Eindrücke teile ich demnächst.

Ich träume von … Paxos

Mein letzter Swimtrek, der Ionian Explorer, ist der einzige in Griechenland, der als Ausgangspunkt keine Insel, sondern einen kleinen Ort auf dem Festland hat. Geflogen bin ich dennoch auf eine Insel: nach Korfu, und von dort mit der Fähre weiter. Wie immer wollte ich an die Woche Schwimmen noch eine Woche Rumliegen dranhängen, am liebsten natürlich auf einer Insel. Nach kurzer Recherche war mir klar: Korfu würde es nicht sein – zu groß, zu touristisch. Ich studierte noch einmal die Karte und entdeckte zwei kleine Flecken südlich von Korfu: Paxos und Antipaxos. Heureka!

Paxos ist mit seinen circa 19 Quadratkilometern noch kleiner als Folégandros, seine kleine Schwester Antipaxos misst nur fünf Quadratkilometer. In der griechischen Mythologie heißt es, Poseidon habe Paxos mit seinem Dreizack von Korfu abgetrennt, um ein Liebesnest für sich und seine Geliebte Amphitrite (Beherrscherin der Meere) zu schaffen. Wenn das nicht der perfekte Ort für diese Beherrscherin der Meere war, um sich von 20 geschwommenen Kilometern zu erholen!

Gebucht hatte ich eine für meine Verhältnisse recht luxuriöse Unterkunft, das Paxos Beach Hotel, circa 20 Gehminuten außerhalb des Hauptortes Gaios: eine hübsche Anlage aus mehreren Bungalows, terrassenartig angelegt und mit einem kleinen Privatstrand. Ich habe mich dort augenblicklich so wohl gefühlt, dass ich spontan die zwei Nächte, die ich zum Abschluss in Korfu Stadt verbringen wollte, stornierte, um länger bleiben zu können.

Meine Zeit verbrachte ich abwechslungsarm und tiefenentspannt: Schlafen, essen, schwimmen, lesen, dösen, Wein trinken, repeat. Da ich aus Versehen Halbpension gebucht hatte, gab es kaum einen Grund, das kleine Paradies zu verlassen. Ab und zu bin ich abends nach Gaios geschlendert, um dort durch die kleinen Gassen zu bummeln, Eis zu essen oder einen Ouzo mit Blick auf die Segelboote im Hafen zu trinken. Einmal fuhr ich nach Antipaxos, wohin kleine Boote pendeln, die einen dort direkt am Strand absetzen. Ein andermal ließ ich mich in Ermangelung eigener Fahrtüchtigkeit von einem der drei Taxifahrer Paxos‘ nach Lakka im Norden der Insel bringen.

Es war mein erster Strandurlaub allein, und es wurde mir nicht eine Minute zu lang. Ich habe in der Woche drei Bücher gelesen, eine Geschichte übers Schwimmen im Meer geschrieben und mich an einem Abend sogar mit Carrie und Steve aus San Francisco zum Essen getroffen, mit denen ich eine Woche zuvor noch das Ionische Meer durchschwommen hatte. Auch wenn mein Herz ganz besonders an der Ägäis hängt und ich nächstes Jahr unbedingt wieder dorthin möchte, träume ich gerade, an verregneten Hamburger Sommertagen, von Paxos.

Anreise: Da es von Deutschland viele Direktflüge nach Korfu gibt und die Fähre von dort nach Paxos mehrmals täglich geht, ist die kleine Insel relativ einfach zu erreichen.

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The Green Wide Open

Es war perfekt, es war genau das, was wir brauchten – nach zwölf Wochen Homeoffice, zwölf Wochen in der Großstadt, in denen wir von dieser nicht viel mehr als die eigenen vier Wände gesehen hatten: ein kleines Traumhaus an der Mecklenburgischen Seenplatte, das wir mit viel Glück ergattert hatten, bevor der große Ansturm auf Ferienunterkünfte in Deutschland einsetzte.

Ich habe noch nie eine so liebevoll und großzügig eingerichtete Ferienwohnung gesehen: bis ins Detail geschmackvoll eingerichtet, schöne Bettwäsche – die ich mir inzwischen nachbestellt habe –, eine vorzüglich ausgestattete Küche.

Wir haben morgens mit Blick ins Grüne gefrühstückt und darauf gewartet, Herbert, das Reh, auf der Wiese zu begrüßen. Wir sind mit den Rädern durch den Wald gefahren und haben am See auf dem Steg gesessen, ich bin hindurchgeschwommen – ein ganzer See für mich allein nach dreimonatigem Schwimmentzug!* Wir haben in der Sonne gelegen und gelesen, gedöst und gelesen und aufs Feld geguckt: Schau, da ist wieder Herbert! Oh, ich glaube, Herbert hat ein Kind. Und eine Frau! Wir haben gekocht und bis spätabends auf der Terrasse gesessen, Weißwein getrunken, Kniffel gespielt, den Grillen gelauscht. Und wir haben hervorragend geschlafen.

Es war die perfekte Corona-Auszeit. Ich habe in der gesamten Woche nur einmal Maske getragen, als wir unseren Wocheneinkauf in Rheinsberg getätigt haben.** Aber auch ohne Pandemie: The Green Wide Open ist einer dieser Orte, an den ich immer wieder kommen möchte. Abschalten, ausatmen, aufatmen, Akku aufladen.

Tipp: Mit dem Rad durch Wald und Wiesen von Wustrow Richtung Canow fahren. Man kommt an zwei Seen vorbei, am zweiten finden sich drei Stege.

* Es lohnt sich unbedingt, Räder mitzunehmen!

** Der nächste größere Supermarkt ist circa zwanzig Minuten mit dem Auto entfernt.

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Ich träume von … Folégandros

Der Sommerurlaub wird wohl für die meisten von uns anders ausfallen als geplant. Statt drei Wochen nach Griechenland werde ich eine Woche an die Mecklenburgische Seenplatte und ein paar Tage an die Ostsee fahren. Und wie wunderbar ist das, dass ich diese Möglichkeit habe! Dafür bin ich sehr dankbar in diesen Zeiten. Aber: Wenn ich von Sommer träume, vom Abschalten, vom Abstand zum Alltag gewinnen, vom Schwimmen im Meer, von gebräunter, nackter Haut, von Sonnenuntergängen, davon, bis spätabends leicht bekleidet draußen zu sitzen, dann träume ich von Griechenland. 113 bewohnte griechische Inseln gibt es, zehn habe ich bisher bereist. Nichts! Dennoch werde ich ab und an von Freund*innen und Kolleg*innen nach Tipps gefragt. Die meisten, die nur mal schnell für eine Woche in die Sonne wollen, muss ich enttäuschen. Denn meine liebsten Inseln erreicht man nicht per Direktflug, für die Anreise muss man eigentlich immer eine zusätzliche Nacht für einen Zwischenstopp einplanen. Aber es lohnt sich!

Vor drei Jahren war ich auf Folégandros, eine der kleinsten Kykladeninseln in der Ägäis: mit 33 Quadratkilometern ungefähr so groß wie Pellworm, um die 800 Einwohner, nur mit dem Schiff zu erreichen. Folégandros ist karg und felsig und besticht vor allem mit einer sehr schönen Chóra (so werden die Hauptorte auf den Inseln genannt), die unmittelbar am Felsabhang liegt. Zu den Stränden gelangt man mit einer Ausnahme nur zu Fuß oder aber mit dem Boot. Wir haben meistens vormittags den Bus nach Angáli genommen (zehn Minuten) und von dort ein Boot zum Strand Livadáki. Dort gibt es zwar keine Liegen und Sonnenschirme – was ich, alte Frau, gewöhnlich sehr schätze –, aber jede Menge Tamarisken, die Schatten spenden, und eine sehr nette Strandbar. Lesen – schwimmen – dösen – Frappé trinken – repeat. Einmal haben wir uns auch ein Auto gemietet und sind zu einem hübschen, kleinen Kiesstrand weiter im Norden gefahren (und circa zwanzig Minuten gelaufen), wo wir fast alleine waren.

Abends lässt es sich wunderbar durch die Gassen der Chóra flanieren, deren ältester Teil, das Kástro-Viertel, im 13. Jahrhundert als Wehrsiedlung erbaut wurde. Es gibt zahlreiche nette Läden und Tavernen – am späten Abend versammelt sich gefühlt der ganze Ort auf den Plätzen zum Plausch. Ich liebe es!

Folégandros‘ einzige Sehenswürdigkeit ist die Panagía-Kirche am Steilhang oberhalb der Chora, zu der ein gewundener Weg hoch führt. Den Aufstieg sollte man unbedingt auf sich nehmen: Oben erwartet einen ein fantastischer Panoramablick über die Insel – vor allem zum Sonnenuntergang spektakulär.

Ich würde nicht unbedingt zwei Wochen auf Folégandros verbringen, eine fand ich perfekt – und dann weiter zur nächsten Insel, zum Beispiel Mílos.

Übernachten: Wir waren im Hotel Anemousa, das am Ortsausgang der Chóra liegt, mit tollem Blick aufs Meer, und haben uns dort trotz Wind sehr wohl gefühlt.

Anreise: Man kann zum Beispiel (via Athen) nach Mílos oder Santoríni fliegen und von dort die Fähre nehmen. Oder aber die Fähre ab Piräus (Athen), die Überfahrt dauert dann etwas länger.

Julia und das Meer

Ich stehe an Deck und schaue mit einer Mischung aus Vorfreude und Nervosität aufs Meer. Dimitris bringt mit seinem kleinen Ausflugsboot normalerweise Touristen an die einsamen, nur vom Wasser aus zugänglichen Strände. Heute hat er eine etwas andere Gruppe als sonst an Bord: 14 Frauen und Männer, die gleich ins Wasser springen werden, um 2 Kilometer rund um eine Insel zu kraulen. Swimtrekking nennt sich das und ist eigentlich gar nicht so verrückt, wie es sich im ersten Moment vielleicht anhört. Andere wandern in ihrem Urlaub, wir schwimmen.

Simon, einer unserer zwei Guides, signalisiert, dass es Zeit für die Oranges ist. Wir sind in drei Gruppen eingeteilt, je nach Schwimmtempo, ich bin in der langsamen mit den orangen Badekappen. Wir starten als erstes mit etwas Vorsprung vor den gelben und pinken Kappen, so dass wir am Ende ungefähr zeitgleich ans Ziel kommen. Bevor es losgeht, heißt es allerdings erst noch Arme hoch: Eoin, unser zweiter Guide, hat die Ehre, uns an den empfindlichen Stellen – unter den Achseln und den Badeanzugträgern – mit Vaseline einzureiben, zum Schutz, damit wir uns im Salzwasser nicht wund reiben.

Ein letztes Mal prüfe ich, ob meine Schwimmbrille wirklich fest sitzt – nichts ist nerviger als Salzwasser, das beim Schwimmen in die Augen rinnt –, dann springe ich. Als wir vier vollzählig im Wasser sind, stimmen wir uns noch einmal über die Richtung ab, in die wir schwimmen sollen – im Uhrzeigersinn rund um Mourteméno. Mourteméno ist eine von vier kleinen, unbewohnten Inseln, die direkt vor dem griechischen Festland im Ionischen Meer liegen, dicht bewaldet mit Olivenbäumen und Pinien und mit nur ein paar vereinzelten Kiesstränden. Ich mache wie immer erst ein paar Brustzüge, dann verfalle ich ins Kraulen. Alle Nervosität ist verflogen. Ich atme nach rechts, zwei Armzüge, atme nach links – und grinse von Ohr zu Ohr: Das Meer ist spiegelglatt, das Wasser hat angenehme 21 Grad, und unter mir erstreckt sich eine wunderschöne Landschaft. Mourteménos zerklüfteter Felskranz nimmt unter Wasser die wildesten Formen an. Es gibt so viel zu sehen und zu entdecken, dass Simon, der uns in einem kleinen Boot begleitet, immer wieder ermahnend ruft: „Don’t race, explore!“ Das muss man mir nicht zweimal sagen.

Wir schwimmen in Höhlen hinein und durch Gesteinsbögen hindurch. Ich nehme jede Nische mit, entdecke karminrote Seesterne, die an Steinbrocken kleben, umschiffe vorsichtig alle Seeigel, sehe Fische in den unterschiedlichsten Farben und Formen – von blaugrünen Winzlingen, die nicht mal die Größe meines kleinen Fingers haben, dafür nur im Schwarm auftreten und stets ganz hektisch werden, wenn ich mich nähere, über zitronengelbschwarzweiß gemusterte Schönheiten, die elegant allein zwischen den Felsen posieren, bis hin zu handgroßen Dunkelgrauen, die sich im Seegras verstecken. Als würde man in einem Aquarium schwimmen.

Nach circa einer Stunde haben wir die Insel umrundet und klettern beseelt an Deck. Nachmittags umschwimmen wir zur Hälfte die Nachbarinsel Ágios Nikólaos und landen nach 1,7 Kilometern an einem traumhaften, kleinen Kiesstrand, wo uns Eion mit Kaffee und Keksen begrüßt. Das Wasser schimmert hier im schönsten Türkis – in der Karibik kann es kaum besser sein.

Abends sitzt die gesamte Gruppe in einer Taverne am Hafen zusammen. Wir sind wie immer ein bunt gemischter Haufen, zwischen 26 und 62, vier Deutsche, zwei Amerikaner, sieben Briten – von denen eine in Shanghai lebt, ein anderer in Spanien –, einer von uns ist gar aus Simbabwe angereist. Wir bestellen griechischen Salat, Mezze und frischen Fisch, auf dem Tisch sammeln sich Bier-, Wein- und Ouzo-Gläser. Schwimmen macht hungrig und durstig. Simon erzählt uns, wie er zu seinem Job kam. Er war schon immer ein begeisterter Wassersportler, doch erst vor Kurzem, mit Mitte fünfzig, hat er seinen Bürojob an den Nagel gehängt und den Schreibtisch gegen das Meer eingetauscht. Mehrer Wochen im Jahr ist er nun an den verschiedensten Locations für Swimtrek tätig, und so, wie er uns jeden Tag mit einem Strahlen im Gesicht begrüßt, ahnt man: Der Jobwechsel war die beste Entscheidung.

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Am nächsten Tag fühlen sich meine Arme zunächst schwer an, der Nacken ist verspannt, aber dann gibt es wieder so viel zu entdecken, dass jedes Ziepen bald vergessen ist.

An Tag drei gesellt sich zum Muskelkater der Sonnenbrand – bei mehr als einer Stunde im Wasser habe ich selbst mit Lichtschutzfaktor 50 keine Chance, dafür am Ende des Urlaubs so braune Oberschenkel – hinten! – wie sonst nie. Um meinen geröteten Rücken zu schützen, trage ich ein langärmliges Schwimmshirt. Heute steht nur ein langer Swim an, 4 Kilometer rund um Mourtos – ein weiterer dunkelgrüner Klecks mit hellgrauem Rand im ionischen Blau. Mir ist ein wenig mulmig, die 2,5 Kilometer gestern Vormittag waren nicht ohne. Und auch in Hamburg, im Becken, schwimme ich maximal 2,5 Kilometer. Dabei weiß ich: Die Distanz ist nicht das eigentliche Problem, es ist meine ewige Sorge, mit den anderen nicht mithalten zu können.

Ich rufe mir einen Satz von Tasmin ins Gedächtnis, mein Guide im letzten Urlaub. Sie stammt von den Kanalinseln, hat mehrere Channel Swims begleitet und sagte mir: „Open Water Swimming is 10 % physicality and 90 % mentality.“ Also einatmen, ausatmen und Sprung ins nächste Abenteuer.

Wir sind inzwischen nur noch drei Oranges, Rihannon, die im Swimtrek-Büro arbeitet, musste schon zurück. Mit mir schwimmen nun noch Sheryl und Richard. Die Wasseroberfläche ist wieder glatt wie in der Badewanne, wir drei haben fast das gleiche Tempo, ich finde schnell in meinen Rhythmus, die Arme fühlen sich erstaunlicherweise leichter an als gestern, ich kraule Zug um Zug, höre nichts als meinen gurgelnden Atem, und nach circa einem halben Kilometer weiß ich: Das wird heute gut.

Simon behält uns immer im Blick, wahrt aber mit seinem Boot so viel Abstand, dass wir uns auf gute Weise allein fühlen. Nur ab und zu schwimmen wir zu ihm ran, dann bekommen wir ein Update, wieviel Strecke wir schon geschafft haben, und etwas zu trinken. Zur Feier des langen Swims reichen die Guides heute auch Weingummi-Colaflaschen – sie neutralisieren zumindest für kurze Zeit den Salzgeschmack im Mund.

Irgendwann verlieren wir fast noch eine orange Badekappe: Richard steuert unvermittelt die Nachbarinsel an, wird aber von Simon wieder eingefangen. Ich muss schmunzeln, am ersten Abend hat sich Richard mit den Worten vorgestellt: „My orientation is disastrous.“ Oh ja. Ich warte nur darauf, dass er mit einem Felsen kollidiert, doch stets bremst er in letzter Sekunde ab, guckt kurz überrascht nach dem Motto „Was machst du denn hier?“ und schwimmt weiter. Im Gegensatz zu ihm atme ich zum Glück zu beiden Seiten, was im Meer ein echter Vorteil ist.

Nach fast zwei Stunden erreichen wir einen Strand, der heute unser Ziel sein sollte, doch dort ankern gerade zwei Partyschiffe, im Wasser lauter Menschen mit Poolnudeln, und wir beschließen einstimmig: Wir schwimmen weiter. Über soviel Schwimm-Leidenschaft freut sich Simon natürlich und gibt den neuen Zielort per Funk an Dimitris durch. Als ich dort nach 4 Kilometern schließlich an Deck krabble, reicht mir jemand aus der Gruppe als erstes ein kaltes Bier. Ich bin geschafft – und so glücklich wie lange nicht.

In den letzten beiden Jahren hat mich das Leben ganz schön geschüttelt. In diesem Augenblick habe ich das erste Mal wieder das Gefühl, ganz bei mir zu sein, mir fehlt nichts und niemand. Schwimmen ist eben wie jede sportliche Aktivität immer auch therapeutisch – ebenso, wie in freier Natur zu sein. Mein größtes Glück ist es daher, wenn alles stimmt und ich in den Flow komme: Wenn das Wasser glatt ist, nichts weh tut, ich meinen Rhythmus finde und mit der Gruppe gut mithalten kann. So wie heute. Dann geraten auch meine Gedanken, die sich zuhause noch im Kreis drehten, in Fluss. Was vor zwei Wochen noch groß erschien, wird auf einmal ganz klein. Bis ich über nichts mehr nachdenke. Außer: Ach, guck, da ein oranger Seestern.

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Auch am vierten Tag erwartet uns wieder ruhige See. Wir machen vormittags zwei Crossings, das heißt, wir schwimmen vom Festland zur Insel, die in diesem Fall eher ein großer, karger Felsbrocken ist. Das Tolle an Crossings: Irgendwann geht es unter dir so tief runter, dass du keinen Boden mehr siehst, nur endloses Blau, in das die Sonne diffuse Strahlen wirft. Vom Felsbrocken weiter zur nächsten Insel, die wir wiederum umrunden. Klein Mourteméno ist wie ein großer Spielplatz für Schwimmer. Immer mal wieder klettere ich unterwegs auf einen Stein, um die Aussicht zu genießen und zu schauen, ob ich die pinken oder gelben Badekappen, die uns auf den Fersen sind, erspähen kann. Nachmittags umrunden wir die zweite Hälfte von Ágios Nikólaos – damit haben wir alle vier Inseln geschafft.

Um ehrlich zu sein: Wir haben auf diesem Swimtrek geradezu perfekte Bedingungen. Das ist nicht immer so, gutes Wetter und Windstille kann man nicht buchen. Ich bin auch schon derart hart gegen Wellen und Strömung an geschwommen, dass ich das Gefühl hatte, nicht von der Stelle zu kommen, dass ich statt Luft zu holen eine ordentliche Ladung Salzwasser schluckte und dachte: Warum mache ich den Scheiß hier eigentlich? Wieso liege ich nicht einfach nur faul am Strand? Doch dann saß ich kurze Zeit später mit einem Becher heißen Tees an Deck, schaute aufs wogende Meer und war ein kleines bisschen stolz, dass ich auch diese Herausforderung gemeistert hatte. Und mit jedem Swimtrek wächst mein Selbstvertrauen. Inzwischen traue ich mich auch, alleine im offenen Meer zu schwimmen – vor ein paar Jahren noch undenkbar.

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Am letzten Tag komme ich schließlich doch trotz perfekter Bedingungen an meine Grenzen: Wir schwimmen wieder 4 Kilometer am Stück, diesmal entlang des Festlands, und ich spüre deutlich, dass mir schon vier Tage Schwimmen in den Knochen und Muskeln stecken. Meine Arme fühlen sich bleischwer an, die Schulter ziept, jeder Armzug scheint ein Kraftakt. Während Sheryl und Richard vor mir, wie mir scheint, mit jedem Tag schneller werden, schwimme ich immer langsamer. Jetzt hilft nur, sich nicht auf die Zipperlein zu fokussieren, sondern zu versuchen, trotzdem jede Minute im Wasser zu genießen. Ich konzentriere mich auf meine Technik und rufe mir die Tipps ins Gedächtnis, die mir Simon gegeben hat: Ellenbogen hoch – aua – und immer schön mit dem Oberkörper rotieren. Und während ich in meinen Rhythmus zurückfinde, wiederhole ich im Kopf mantraartig einen Satz, den mir ein Schwimmbuddy auf meinem ersten Swimtrek mitgab. Er würde sich immer bei seinem Körper bedanken. Klingt vielleicht etwas eso, aber es stimmt: Ich bin meinem Körper, der mich mehr oder weniger geschmeidig durchs Wasser trägt, dankbar. Ich hatte schon mehrere Bandscheibenvorfälle, an der Hals- und an der Lendenwirbelsäule, über Monate chronische Schmerzen, und jetzt schwimme ich mehrere Kilometer durchs offene Meer. Daher: „Thank you, body. Thank you, body. Thank you, body.“

So hangele ich mich die Küste entlang, als mir auf einmal Richard entgegen kommt. Das kann doch nicht sein, denke ich, dass er derart die Orientierung verloren hat, und frage lachend: „What are you doing?“ Mit schönstem britischen Understatement antwortet er: „Oh, just taking a little swim. How about you?“ Dabei hat ihn natürlich Simon aufgefordert, eine Extra-Runde zu drehen – so sorgen die Guides dafür, dass wir als Gruppe nicht zu weit auseinander driften.

Dann kurz vor Schluss ein letztes Highlight: zwei Höhlen. In der ersten ist das Wasser auf einmal so eisig, dass man darin Weißwein kühlen könnte. Die zweite fasst gerade mal drei Schwimmer, hat aber auf ihrem Grund runde, große, weiße Steine, so dass es überhaupt nicht dunkel darin ist. Wir schießen noch ein paar Erinnerungsfotos, bevor wir uns vom Ionischen Meer verabschieden.

In fünf Tagen sind wir gut 20 Kilometer geschwommen. Nachmittags falle ich im Hotel in ein zweistündiges Koma. Spätabends, nach einem fröhlich-wehmütigen, letzten Dinner mit der Gruppe, die mir in kurzer Zeit ans Herz gewachsen ist, sitze ich mit einem Glas Weißwein und einer Zigarette auf dem Balkon. Ich schaue auf die Segelbootmasten und Lichter von Sivotas Hafen, mein Herz ist leicht, ich bin so froh und dankbar und überlege, wo es als nächstes hingehen könnte. Denn egal ob Griechenland, Kroatien oder Italien – auch nächstes Jahr werde ich wieder schwimmen, soviel steht fest. Die See ist immer noch ruhig. Alles ist möglich.

(Ionian Explorer, Juni 2019)

Info

SwimTrek gibt es seit 2003. Damals begann alles mit einem Trip auf den Kleinen Kykladen. Zehn Jahre später war genau das auch mein erster Swimtrek. Inzwischen gibt es Ziele auf der ganzen Welt, in Europa u.a. in Italien, Kroatien, Montenego, darüber hinaus in der Karibik, auf den Galapagos Inseln, Seychellen und Malediven.

Vier Tage Paris

Manchmal hat es durchaus etwas Gutes, so planungsverrückt wie ich zu sein. Kaum zurück aus dem Sommerurlaub überlegte ich, wohin die Reise in diesem Jahr noch gehen könnte. Dänemark im Herbst mit der Familie stand schon fest und war eine schöne Aussicht, aber nicht ganz das, was mir vorschwebte. Ich sehnte mich nach einem unbekannten Ort, nach einem Kurztrip nur für mich. Und dann kam mir auf einmal Paris in den Sinn – dort wollte ich schon so lange hin. Keine Stunde später hatte ich Flug und Hotel gebucht. Ich plane ja wirklich gerne, aber ich glaube, es war das erste Mal, dass ich bereits im Juli wusste, was ich Silvester machen würde. Ha!

Da es noch so lange hin war, war es allerdings auch schon bald wieder vergessen. In den folgenden Wochen und Monaten passierte es mir immer wieder, dass ich mich über irgendetwas ärgerte, weil in diesem vermaledeiten Jahr einiges nicht so lief wie erhofft, bis mir unvermittelt einfiel: „Aber Silvester bist du in Paris!“ Und dann musste ich von Ohr zu Ohr grinsen.

Am Ende lief auch mein Paristrip nicht ganz so wie erhofft. Ich hatte mir für den Silvesterabend eine Karte fürs Ballett gekauft – aber nicht nur die Métro, sondern auch die Oper wurde bestreikt. Dennoch fand ich die Stadt ganz wunderbar.

Was ich besonders mochte:

Sacré Coeur & Montmartre

Gleich zu Beginn bin ich hoch zur Sacré Coeur gelaufen und habe bei herrlichstem Sonnenschein den Blick über Paris aufgesogen. Anschließend bin ich durch Montmartre mit seinen vielen Cafés und Boutiquen gebummelt und habe mich an den Einheimischen erfreut, die ganz klischeehaft vor der Frommagerie Schlange standen und Baguette unterm Arm spazieren trugen. Pausiert habe ich im Restaurant des Hôtel d‘Amour mit seinem sehr schönen Innenhof. Eine Empfehlung von Okka Rohd.

Spaziergang an der Seine

Am zweiten Tag bin ich wieder bei strahlendem Sonnenschein vom Hotel zu Fuß durchs 2. Arrondissement und den Jardin du Palais Royal, am Louvre vorbei zur Seine gelaufen. Über die Ponts des Art rüber ins Quartier Saint-Germain-des-Prés. Dort hatte ich mir als Muss das Café de Flore notiert, bin dann aber bereits eine Ecke vorher im Le Bonaparte eingekehrt, wo ich im Wintergarten in der Sonne sitzen konnte. Von dort wieder zurück an die Seine, über die Pont Neuf auf die Île de la Cité. An der Notre-Dame vorbei, die in ihrem Gerüst einen sehr traurigen Eindruck machte – ich habe mich fast ein wenig geschämt, sie so zu fotografieren – und über die Pont Saint-Louis weiter auf die gleichnamige Insel.

Wer bei Sinnen ist, würde diese halb umrunden und am anderen Seineufer zurücklaufen und hätte damit einen sehr ordentlichen Spaziergang gemacht. Ich bin noch 2 Kilometer weiter marschiert, um im Piscine Joséphine Baker schwimmen zu gehen – davon berichte ich ein andermal –, und die ganze Strecke wieder zurück, denn es fuhr ja keine Métro. In Summe blickte ich am Ende des Tages auf 15 gelaufene und einen geschwommenen Kilometer zurück. Ich war dann gar nicht traurig über einen ruhigen Silvesterabend mit einer Flasche Crémant und und einer Tüte Chips im Hotelzimmer und habe kurz nach zwölf ein wenig kaputt und sehr zufrieden das Licht ausgemacht.

Bustour

Selten bin ich so frisch und munter in einen 1. Januar gestartet – bis ich zehn Schritte vor die Tür gesetzt hatte. Aua! Die Strecke vom Vortag hatte doch deutliche Spuren hinterlassen. Ich bin dann tapfer eine halbe Stunde zum Ladurée gehumpelt, eine bekannte Edel-Patisserie, wo es neben Macarons und anderem süßen Gebäck sehr gute Eggs Benedict geben sollte – und gab. Ansonsten würde ich die Läden allerdings meiden, da sehr teuer, und meinem Eindruck nach bekommt man hier auch in jeder kleinen Nachbarschaftsbäckerei hervorragendes Gebäck. (Mindestens ebenso gute Eggs Benedict habe ich am nächsten Tag für die Hälfte des Geldes bei Paperboy nahe des Canal Saint-Martin gegessen.*)

Noch im Café habe ich ein Ticket für eine Hop-on-Hof-off-Bustour gebucht. Ja, ich weiß – wie uncool. Aber wisst ihr was? Schon vor zwei Jahren habe ich diesen Snobismus runtergeschluckt, als ich mit meinem Bruder, meiner Schwägerin und meinen zwei kleinen Neffen in London war und gemerkt habe, dass das eine durchaus komfortable Art ist, eine Stadt zu erkunden. Nicht nur dass sie die geschundenen Füße schont, man hat aus so einem Doppeldeckerbus wirklich einen tollen Blick auf die Stadt – und nicht nur auf die Sehenswürdigkeiten, ich mochte es auch, im Vorbeifahren in die schicken Pariser Wohnungen zu linsen.

Mein Hotel

Übernachtet habe ich im Hôtel du Temps (ein Tipp von Hanna Schumi), das im 9. Arrondissement nahe des Gare du Nord liegt. Von dort sind etwa Sacré Coeur, der Louvre oder das Marais fußläufig gut zu erreichen – und damit meine ich innerhalb einer halben Stunde. Wenn die Métro streikt, wird fußläufig natürlich zum dehnbaren Begriff. Mein Zimmer war klein, aber fein; ich habe von den netten Mitarbeitern schon im Vorhinein tolle Restaurantempfehlungen bekommen; und in der kleinen Bar im Empfangsraum bekommt man nicht nur ein sehr gutes Frühstück, sondern kann auch zu jeder anderen Uhrzeit mit einem Tee oder Drink entspannen.

Paris, du warst sehr gut zu mir, und ich werde auf jeden Fall wiederkommen. Euch wünsche ich, was ein älterer Herr am 31. Dezember seinem Nachbarn die Arme in die Luft werfend über die Straße hinweg zurief: Bonne année et beaucoup d’amour!

* Ich liebe Eggs Benedict und nehme alle Empfehlungen diesbezüglich für Hamburg und den Rest der Welt dankend an.

Da dieser Beitrag Marken- und Produktnennungen sowie Verlinkungen enthält und das nach derzeitiger Rechtslage als Werbung gilt, kennzeichne ich ihn als WERBUNG. Es handelt sich dennoch um persönliche Empfehlungen.